Janina Audick – UTOPIPI

UTOPIPI - Der nicht-regierbare Bühnenraum



Manifest für Cyborgs

Zur Untersuchung und Bearbeitung des nicht-regierbaren Bühnenraumes habe ich aktuelle Stücke 
mit utopisch-kritischen Ansätzen und Zukunftsdiskursen rausgesucht sowie SF/KI Romane aus den 
70er Jahren, Theaterstücke von der Bildenden Künstlerin Leonora Carrington und Bücher wie 
Unruhig bleiben, Manifest für Cyborgs von der Wissenschaftlerin und Feministin Donna Harraway, 
die einen spielerisch-politischen Mythos zu entwickeln versucht, der Feminismus und kritische 
Theorie verbindet. Jenes war das literarisch-theoretische Recherchematerial, anhand dessen wir 
im Unterricht entwickelten künstlerischen Projekte, die Ansätze aus der transgender- und queeren 
Raumtheorie in einem erweiterten Feld ästhetischer Ordnung überprüften. Hinzu kommt die Suche 
nach entsprechendem Filmmaterial.



Macht-Körper-Regierbarkeit

„Die kunst nicht auf diese weise, so um diesen preis regiert zu werden“ - Lässt sich die 
Fragestellung Michel Foucaults über die Konstellation Macht-Körper-Regierbarkeit produktiv 
in einen Zusammenhang mit der Praxis der bühnenbildnerischen Gestaltung bringen? Welche 
Dispositive bestimmen die Ordnung der Aufführung? Angesichts dieser und ähnlicher Themen 
werden wir versuchen einen ästhetisch, zeitgenössisch-verpflichtenden Umgang mit Bühnenräumen 
und den Zuschreibungen von Räumen zu finden, der sich an aktuellen und sich abzeichnenden 
Diskursen orientiert – und seinerseits wiederum Diskursräume öffnet, behauptet und prägt. 
Können Filme, Musik oder Theater und deren Dispositive echten gesellschaftlichen Wandel 
anstoßen und nicht regierbare, nicht-konforme Subjektivität hervorbringen?

Ich würde gern eine Geschichte der Bühne schreiben, auf der man anschließend versucht hat, das 
Wahre vom Falschen zu unterscheiden. Jedoch interessiert mich nicht diese Unterscheidung, 
sondern die Bühnenausstattung und die Ausstattung des Theaters. Ich würde gern das Theater 
der Wahrheit beschreiben. Wie sich das Abendland ein Theater der Wahrheit, eine Bühne der 
Wahrheit gebaut hat, eine Bühne für jene Rationalität (…) eine bestimmte Form der Wahrnehmung 
der Wahrheit und des Irrtums,ein bestimmtes Theater des Wahren und des Falschen (Michel Foucault)



Dystopia

Während dystopische Geschichten und Serien unsere Kultur in den letzten Jahren definierten, 
wird im Moment wieder über die Möglichkeit von Geschichtenerzählungen diskutiert, die eine 
alternative Welt dazu ermöglichen könnten. Der Kontext der Universität ist ebenso ein Ort wie 
die Räume außerhalb der Hochschule an denen wir arbeiten werden. Ein Ort in den Risken eingegangen 
und etwas aufs Spiel gesetzt werden kann. In anderen Worten, in diesen Räumen untersuchen wir, 
wie man mit experimentellen raumgestalterischen Mitteln eine Sprache, Methode und Praxis 
entwickeln kann, die dem gesellschaftlichen Wandel ästhetisch auf die Sprünge zu helfen versucht. 
Welche (Bühnen)Räume brauchen wir, um ein anderes Denken und Handeln zu befördern? In welcher 
Beziehung steht dieser Zukunftsdiskursraum zur realen Außenwelt?


Unser gegenwärtiger Blick in die Zukunft (Klimawandel, Korruption, Raubbau, Anthropozän, 
verstärkter Rechtsradikalismus und Antisemitismus) ist von Überforderung, Ängsten und Resignation, 
aber auch Hoffnung geprägt. Der berechtigte Vorbehalt gegenüber utopischen Zukunftsvisionen und  
Krisenhaftigkeit der Gegenwart führen zu nostalgischen Rückbezügen auf scheinbar Bewährtes. 
Wie könnte man es schaffen jenseits modernistischer Idealvorstellungen oder romantischer 
Projektionen in ferne Zeiten, Potentiale für einen Wandel und eine Imagination möglicher 
Zukunftsvisionen zu gewinnen?

Im Rahmen der Auseinandersetzung mit diesen Themen könnte die Klasse in Zukunftsdiskursräumen 
nach einer erahnten Sprache suchen, die bislang noch nie regiert hat und deshalb auf eine 
noch-nicht Dagewesenes gerichtet ist. Diese subversiv-utopische Anordnung gilt es gegen die 
Vergangenheitsorientierung des neuen rechten Denkens zu erfinden. Denn was könnte wirksamer sein, 
als die formvollendete Stimme einer konkreten Utopie der Gleichberechtigung, die sich gegen 
selbstverliebtes Gejammer der Rechtspopulisten positioniert?
Themen wie Faschismus, Xenophobie und Misogynie werden allerdings mit reflektierter Distanz 
behandelt, die sich durch Humor auszeichnet, wie seit Freuds Der Witz und seine Beziehung 
zum Unbewussten bekannt ist. Empörung verläuft meist nur ins Leere. Das Unheimliche und das 
Schöne müssen sich nicht ausschließen, sondern können nebeneinanderstehen und sich gegenseitig 
befruchten. Bei so viel Widersprüchlichkeit ob in ökonomischer, politischer oder ideologischer 
Hinsicht, muss man keine Angst vor Verlust der eigenen Identität haben. Das Aufgeben und Aufheben 
einer starren Identität eröffnet erst den Zugang zu einer anderen, offenen Welt, in der alternative 
Verkörperungen und Inszenierungen möglich sind.

Ein transgressiver Möglichkeitsraum zwischen  Zeiten und Welten, ein Paralleluniversum neben der 
Dunkelheit. Hierbei lässt sich über das Überschreiten von Welten und somit die Möglichkeit der 
Überwindung des Alten nachdenken: Im Genre Science-Fiction könnten wir einen Schlüssel finden, 
um als Bühnenbilder neue Möglichkeitsräume zu erschließen; sie ermöglichen es uns, alternativ 
zu denken und gesellschaftliche Utopien möglicher Zukunft zu formulieren.
Abseits eines binären Denkens bietet speziell die feministische Science-Fiction mögliche 
Lösungsansätze im Umgang mit gegenwärtigen Problemen und ihren – in einer patriarchalen, 
kolonialen und xenophoben Erzählstruktur verwurzelten – Ursachen. Donna Haraway in 
Unruhig bleiben (2018) schreibt: „Es ist von Gewicht, welche Geschichten wir erzählen, um andere 
Geschichten zu erzählen; es ist von Gewicht, welche Konzepte wir denken, 
um andere Konzepte mitzudenken.“

Durch die zunehmende Technisierung findet ein Eingreifen ins räumlich-zeitliche Gefüge des Menschen 
statt, welches wiederum zu einer veränderten Wahrnehmung und einem veränderten Leben 
des Menschen führt. Konkrete Anwendung könnte dies in sehr naher Zukunft finden: Etwa in der Frage, 
wie sich angesichts einer fortgeschrittenen Ausbeutung und Zerstörung unseres Planeten 
überleben lässt? Raum-Zeit Koordinaten sind zentrale Elemente der Narration. Wie können diese Räume 
als neue Räume der Wahrnehmung und des Daseins eröffnet werden? Was sind die medialen, 
sozio-politischen und kulturellen Voraussetzungen einer andersartigen Zeit-Raum Praxis?

Es scheint die Hauptaufgabe der populären Kultur zu sein, die Wertbestimmung des Menschen zu 
organisieren und das vorzugsweise in einer Kultur der Abwertung und Verachtung. Auf ihrem 
Instagram-Account empfahl beispielswiese die Sängerin Lana Del Rey eine jungianische 
Psychoanalytikerin und Autorin Clarissa Pinkola Estés. In ihrem Buch Die Wolfsfrau wird 
der Alpha-Female ein Einzelgängertum nahegelegt, damit ihre wilde Kreativität nicht durch 
gesellschaftliche Vorstellungen von starren Geschlechterrollen 
erstickt werde. Bühnenräume sind nicht als projizierte Welten zu verstehen, Dystopien, in denen 
wir bereits leben, sondern als Versuch, die erfahrbare Welt, die voller Brüche und Paradoxe ist 
zu verändern. Es handelt sich also um einen emanzipatorischen Anspruch: Raum als Möglichkeitsraum, 
als Diskursraum und konkretisierte Utopie zu denken. Es kann über das Schaffen von Freiräumen 
im Bestehenden gehen und darum, das „Neue“ bereits im „Alten“ wachsen zu lassen. Einen 
antagonistischen Handlungsort schaffen, ein Schlachtfeld, in dem mehr als nur einsamer und 
autistischer Inszenierungszwang herrscht. Zwang im Dienst von Produktivität, Profit und Wachstum.

Es geht um einen nicht-regierbaren Ort, mit einer erahnten Sprache, die noch nie vorgestanden 
hat. Wo Geld kein Pinsel (mehr) ist. In der Praxis lautet die Frage, wie kann man ein autonomes 
Bühnenbild in der bestehenden Theaterhierarchie behaupten, wo die Machtverhältnisse patriarchal 
ausgerichtet und zementiert sind? Wie lässt sich mit Zweckentfremdung und Umwertung von Codes, 
Orten, Elementen und Symbolen arbeiten, die letztendlich einen performativen Spielraum entfalten, 
der ungehorsam und normabweichend ist?



Gäste, die zum Open Studio eingeladen wurden: 
Herbert Fritsch, Christine Gross, Verena Dengler, Birgit Wiens

DIe Studierenden entwickeln ein eigenständiges Video-Konzept für einen Bühnenraum, der die 
Video-Situation von Anfang an integriert. Probenbesuche bei Berliner Bühnenproduktionen, 
in denen Video tragend zum Einsatz kommt sollen helfen, die hiermit einhergehende 
Komplexitätssteigerung im Vorfeld zu veranschaulichen.