Hamlet the Dane

Lüge, Täuschung, Repräsentation: I am Hamlet the Dane
(etwas ist faul im Staate….)

Der Titel ist auch als Gesamtüberschrift für das Semester zu betrachten. Er beinhaltet die 
Auseinandersetzung mit dem Drama Hamlet, Texten, Musik und Filme, die sich zu dem Drama 
positionieren sowie auch mit repräsentativen, genderspezifischen, kritisch-utopischen 
Ansätzen im erweiterten Feld ästhetischer Ordnungen und kultureller Rezeption. 
In Zusammenarbeit mit Max, Oliver, Valentina und den anderen Dozenten werden selbstständige 
Bühnenraumkonzepte, Objekte oder z.B. situative Interventionen, szenische Inszenierungen 
sowie Bühnenräume in den städtischen Raum entwickelt.



Darf man auf der Bühne Lügen? 

Weitere Themen sind: Das Drama des „Als-Ob“. Und Fragen: Darf man auf der Bühne Lügen? 
Wodurch differenziert sich die Illusion von der Realität? Wie unterscheidet sich politische 
Inszenierung von dramatischer Repräsentation? Darf man im Namen eines anderen auf der Bühne 
sprechen? Was ist Repräsentationskritik und was bedeutet dies für einen Bühnenraum? 
Was leistet eine Theatermaschinerie? Wie kann man Bühnenräume theatralisieren, 
indem man mit Textzitaten arbeitet? Wie wird das Energiegeladene Objekt, das Leonora Carrington 
beschreibt, zu einem Bühnenkunstwerk? Wie kommt man über den Text zur Artikulation des eigenen 
Arbeitsvorhabens? Einem Bühnenkunstwerk? (Als Bühnenbildnerin produziert man etwas für ein 
singuläres Ereignis und es steht mit Schauspieler/Regiearbeit/Kostüm im Verhältnis. 
Aber es ist ein ephemeres Gebrauchsobjekt) Wer oder was regiert die Ordnung der Aufführung? 
Der Bühnenbildner als Mitautor und Vorleger? Welche Rolle hat der Akteur, der Spieler für das Bild?

»Mensch sein heißt Schauspieler sein«

»Mensch sein heißt Schauspieler sein – Mensch sein heißt einen Menschen spielen – Mensch sein ist 
›sich benehmen‹ wie ein Mensch, ohne es in tiefster Tiefe zu sein.«
(Witold Gombrowicz, Tagebuch)
Im Moment fällt auf, dass sich Bildende Kunst und Theater ästhetisch sowie inhaltlich immer mehr 
annähern. Bildende Kunst arbeitet derzeit szenographisch, inszenatorisch, wie z.B. Anne Imhof mit 
ihrem Faust-Projekt in Venedig. Auch in kleinen Off-Räumen ereignet sich die Verflechtung von 
Medien und Kunstformaten. Theater und bildende Kunst befinden sich im Wettstreit um Prestige und 
Raum, aber auch im Prozess einer dynamischen Wechselwirkung und Austausch. Der Begriff der 
angewandten Kunst spielt dabei eine zentrale, jedoch sehr umstrittene Rolle. Das Angewandte 
sollte aber nicht abwertend, sondern in der politischen Dimension und ausgehend von sozialen 
Konsequenzen untersucht werden. In diesem Zusammenhang ist der Begriff „angewandt“ als 
funktional zu betrachten (etwa in einem Kontinuum zwischen Funktionalität und Kunstwerk), 
wobei Funktion nicht unterordnend, sondern als Faktor der Gemeinschaftsarbeit begriffen 
werden soll.
 „Ich sehe das aber auch kritisch: wenn Steuergelder/Subventionen Bühnenbilder 
für/von Künstlern entstehen, Teile/Elemente/Objekte dann in Galerien landen. 
Ohne Übersetzung wird diesem Bühnenteil in der Galerie dann ein Verkaufswert 
zugeschrieben.“ (Sina Manthey)



 Wo sind die Schnittstellen von Bühnenbild und freier Kunst?

Die Gefahr ist, dass der Kunstmarkt jenes noch nicht ökonomisierte Theater erschließt. Wo sind die 
Schnittstellen von Bühnenbild und freier Kunst? Wie kann man sich als Bühnenkünstler_in 
positionieren, stärken und was kann man von der bildenden Kunst übernehmen, schlau zurückerobern 
und aneignen? 
(Den Bühnenbildnerinnen habe ich letztes Semester ein Einzelgängertum nahegelegt, damit ihr Talent 
nicht durch gesellschaftliche Vorstellungen von Geschlechterrollen erstickt werde). Somit kann man 
den Satz: I am Hamlet the Dane als starke These (diskursiv/performativ) betrachten, als Aneignung 
der „Genie-Position“, um es als Anregung, als Antithese in den Raum zu stellen. Im Rahmen der 
Recherchen und Projekten werden wir auch Pop und andere Musikrichtungen, die zur Thematik passen 
erkunden. Beispielsweise, die Diktatur der Angepassten, von der Blumfeld einst sang (und dadurch 
der Kritik an der bürgerlichen und repräsentativen Demokratie recht gab). Das Ziel dabei ist es 
zu zeigen, was für mediale Entwicklungen uns in der ästhetischen Praxis bestimmen und wie sich 
die zeitgenössische Pop-Musik Ästhetik in unseren Bildern und Räumen wiederspiegelt. Speziell 
für die besondere Situation gilt für alle eine Art Tagebuch (Kulturgut Handschrift) zu führen 
und Briefe als Kommunikationsform zu entwerfen. Auch Telegramme, wenn es eilt. Am Ende werden wir 
alles (inklusive Projekte) über in ein Buch bringen und damit auch Dokumentationsformen 
der eigenen Arbeiten erforschen.